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Tag der Einheit

Einheitsfeier in Siemerode

 
. In den Reden und Gesprächen bei Hymnen und Schlachteessen klang heraus, wie wichtig das Erinnern an die Zeit der Teilung und der Grenzöffnung ist. Die Bürger der Ortschaften Siemerode und Weißenborn tragen mit der nunmehr 28. gemeinsamen Feier am Tag der Deutschen Einheit und dem „Tanz in die Einheit" am Vorabend dazu bei.
Für viele im Saal des Siemeröder Dorfgemeinschaftshauses ist die Feier am deutschen Nationalfeiertag emotional bewegend. Gerhard Wippermann ist einer von ihnen. Von Anfang an ist er dabei, und jedes Mal wieder erinnert sie den gebürtigen Siemeröder an seine gefährliche Flucht am 22. September 1961 in den Westen. Dort, in Weißenborn, hat er ein neues Zuhause gefunden. Die jungen Leute heute, meint er, wüssten gar nicht mehr, was Teilung, Grenze und Wiedervereinigung bedeuteten. „Es ist klasse, dass das nicht in Vergessenheit gerät", sagt Wippermann. Die von den „Zaunspechten" zum nunmehr 28. Mal organisierte Feier am 3. Oktober trage dazu bei.
„Das ist gelebter Zusammenhalt", kommentiert Siemerodes Ortsbürgermeister Harald Beckmann. Auch er ist von Anfang an dabei, wenn die Menschen von hüben wie drüben der früheren innerdeutschen Grenze zusammenkommen. Und das nicht nur zum Feiern am 3. Oktober, betont Beckmann. Auch für ihn sei es aber vor allem an diesem geschichtsträchtigen Tag bewegend, wenn beim „Tanz in die Einheit" um Mitternacht die Nationalhymne erklinge.
Gerald Fischer aus Heiligenstadt ist zum zweiten Mal bei der Feier zum Tag der Deutschen Einheit dabei. „Es ist gut, dass es diese Tradition gibt", meint er. Der 52-Jährige war im September 1989 mit seiner Familie und dem damals sieben Monate alten Baby über Ungarn und Österreich nach Bayern geflohen. Ein Jahr später seien sie wieder in die frühere Heimat zurückgekommen berichtet er. Heute pendle er täglich von seinem Wohnort im Osten zur Arbeitsstätte im Westen (in Göttingen) – ganz ohne Grenze.
Hauptorganisator der „Zaunspechte" ist Peter Nolte. Er sei damals, als Bundeskanzler Helmut Kohl im Radio den 3. Oktober als Tag der Deutschen Einheit verkündete, nach Weißenborn gefahren. Dort stieß Nolte mit seiner Idee einer gemeinsamen Feier auf offene Ohren, die „Zaunspechte" gründeten sich und organisierten fortan die gemeinsame Feier. Unterschiede zwischen Ost und West würden manchmal größer gemacht, als sie tatsächlich sind, sagte der jüngst wiedergewählte Eichsfelder CDU-Bundestagsabgeordnete Manfred Grund in seinem Grußwort. Dabei seien die Unterschiede zwischen Stadt und Land viel größer, was sich vor allem im ländlich geprägten Grenzgebiet Thüringen-Niedersachsen zeige.
Es handle sich zwar um eine Grenzregion zwischen zwei Bundesländern, sagte die thüringer Staatssekretärin Babette Winter in ihrem Grußwort. In den Herzen der Menschen von hier gebe es aber keine Grenzen mehr, stellte sie fest. Sie riet den Besuchern der Einheitsfeier, ihre persönlichen Erlebnisse an junge Menschen weiterzutragen. Das trage dazu bei, sagte Winter, dass die erreichten Werte wie etwa die Freiheit und das, was aufgebaut wurde, wertzuschätzen.
Die Feier zum Tag der Deutschen Einheit habe nicht an Bedeutung verloren, betonte der Gleichener Bürgermeister Manfred Kuhlmann. Frieden in Europa sei heute selbstverständlich, sagte Gudrun Glahn, Ortsbürgermeisterin von Weißenborn. Dabei dürfe aber die Vergangenheit nicht vergessen werden. Kaum waren die Nationalhymne sowie Niedersachsen- und Eichsfeld-Lied verklungen, versprachen sich die „Stammgäste" der Veranstaltung ein Wiedersehen am Tag der Deutschen Einheit 2018 in Siemerode.
Von Britta Eichner-Ramm
Göttinger Tageblatt
 


Eine bundesweit einzigartige Einheitsfeier in Siemerode

Zum 28. Mal werden am Montag im Siemeröder Gemeindesaal Hunderte Festgäste kurz vor Mitternacht darauf warten, dass erst die deutsche Nationalhymne, dann das Eichsfeldlied und schließlich die Niedersachsenhymne gesungen werden, begleitet von der Eichsfelder Tanzband Thanas. Dann wird bis zum frühen Morgen weiter getanzt.
 Die Haus- und Hofband der Siemeröder, „Thanas", umrahmt jedes Jahr als gute Tradition die Einheitsfeier in Siemerode.
In ununterbrochener Folge feiern die Siemeröder die Wiedervereinigung gemeinsam mit ihren Freunden aus dem Nachbarort Weißenborn und vielen Gästen. In der Nacht zum 3. Oktober 1990 war der eichsfeldische Grenzort Siemerode zusammen mit der ganzen DDR der Bundesrepublik beigetreten. Wie schon in den vergangenen Jahren werden die meisten Feiernden beim großen „Tanz in die Einheit", der um 20 Uhr beginnt, Jahrgängen angehören, die das geteilte Deutschland nicht mehr erleben mussten. Das freut Organisationschef  Peter Nolte  ganz besonders.
Seit über zehn Jahren, als überall an der ehemaligen innerdeutschen Grenze die Schilder vorbereitet wurden, die an den Tag der vor Ort vollzogenen Grenzöffnung erinnern, weiß der ehemalige Bürgermeister auch, dass diese die einzige Jahr für Jahr abgehaltene Einheitsfeier dieser Art in ganz Deutschland ist. „Damals erhielt ich die Auskunft, dass es das nicht noch mal gibt", berichtet  Nolte . Die „Thanas" sind von Anfang an dabei. Die Siemeröder Einheitsfeier wäre ohne sie undenkbar. „Die brauche ich gar nicht zu bestellen. Die kommen von alleine", erzählt  Peter Nolte .
Weiter geht es am Einheitstag um 9.30 Uhr in der Kirche mit dem ökumenischen Gottesdienst, der von den Kirchgemeinden Siemerode und Weißenborn feierlich gestaltet wird. Diesmal werden auch die vereinigten Männerchöre von Bremke-Bischhausen, Gelliehausen und Neuendorf dabei sein. Und auf den Gottesdienst folgt im Saal die Festveranstaltung mit Familienfrühschoppen, wozu auch wieder prominente Gäste erwartet werden – und natürlich die „Thanas". Vor der Gemeindeverwaltung wird es ab 11 Uhr zudem eine Spielstraße für die ebenfalls zahlreich erwarteten Kinder geben.
„Die Getränkepreise werden an beiden Tagen, wie in den vergangenen Jahren, äußerst günstig sein", verspricht  Peter Nolte . „Und das trotz gestiegener Kosten und des leider allgemein zur Pflicht gewordenen Einsatzes eines Sicherheitsdienstes." Mit einem Reinerlös werde aber auch diesmal wieder gerechnet. Und der soll wie immer für einen guten Zweck gespendet werden.
Die Feier ist nicht weit weg vom geografischen Mittelpunkt der Bundesrepublik im Heiligenstädter Ortsteil Flinsberg. Und sollte die Gemeinde Hohes Kreuz, zu der Siemerode gehört, im Zuge der Gebietsreform in einigen Jahren zu Heiligenstadt hinzukommen, dann fände diese Einheitsfeier in derselben Kommune statt, die auch den Mittelpunkt besitzt.

Beitrag von der TLZ

 
 
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