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Grenzöffnung

Siemeröder und Weißenbörner gedachten Grenzöffnung vor 25 Jahren


Siemerode (Eichsfeld). Dort, wo die frühere innerdeutsche Grenze zwischen Siemerode und Weißenborn verlief, steht seit Jahren ein Kreuz - gefertigt aus Steckmetall des ehemaligen Grenzzauns. Am 20. Januar 1990, es war ein Samstag, öffnete sich der eiserne Vorhang auch an dieser Stelle endlich.
Über 150 Menschen - viele mit Fackeln - gedachten der Grenzöffnung vor 25 Jahren. Foto: Silvana Tismer
Nur zwei Kilometer liegen zwischen den beiden Dörfern in Thüringen und in Niedersachsen, doch über Jahrzehnte waren sie durch die Grenze voneinander getrennt. In Siemerode gibt es eine Vereinigung, die jährlich am 3. Oktober zum Tag der Deutschen Einheit ein Fest organisiert. Und alle fünf Jahre ein großes Zusammentreffen am Grenzstein und dem Kreuz zwischen beiden Gemeinden.
Am Dienstagabend machten sich über 150 Menschen aus beiden Orten wieder auf den Weg, um mit Fackeln auf den Tag genau zum 25. Jahrestag der Grenzöffnung zusammenzukommen und Andacht zu halten. Pfarrer Josef Beykirch aus Siemerode und der evangelische Pastor Thorsten Bothe aus Bremke, zu dessen Sprengel Weißenborn gehört, begrüßten die Gäste. "Was die gesamte Welt am 9. November 1989 erstaunt und mit angehaltenem Atem aus Deutschland erfuhr, ist und bleibt ein Wunder Gottes", fand Pfarrer Beykirch bewegende Worte.
"Ein Unrechtsstaat, der angetreten war, alles Christliche zu benachteiligen und zu unterdrücken, der die Religion mit sogenannten wissenschaftlichen Argumenten auf den Müllhaufen der Geschichte verbannen wollte, ist durch das Engagement vieler Christen und Nichtchristen zusammengebrochen. Die DDR ist am Freiheitswillen ihrer Bürger gescheitert." Musikalisch umrahmt wurde die kleine Feierstunde vom Siemeröder Kirchenchor. Die Menschen sprachen gemeinsam ein Friedensgebet und das Vaterunser, ehe die Band "Thanas" das "Großer Gott wir loben dich" anstimmte. Die Nationalhymne, das Niedersachsenlied und schließlich das Eichsfeldlied folgten. Und dann folgte ein kleines Freudenfeuerwerk.
Die Feuerwehrleute aus Siemerode und Weißenborn sperrten derweil die Straße ab, winkten den wenigen Verkehr behutsam durch, ehe sich die Menschen zu Fuß hinab nach Weißenborn aufmachten, um im Sport- und Feuerwehrhaus gemütlich zu feiern. Die Räume konnten die Gästeschar kaum fassen. Die 60 Sitzplätze waren nach wenigen Sekunden weg, die Band "Thanas" quetschte sich noch in eine Ecke, um bis in die Nacht aufzuspielen und die Menschen zum Singen, Tanzen und Feiern zu animieren.
Schon "Auf dem Klei" am Kreuz und Grenzstein hatte Gerhard Wippermann die Gäste zur Feier eingeladen. Und Peter Nolte vom Organisationskomitee "3. Oktober" bekräftigte noch einmal, dass sich die Beziehungen und die Partnerschaft zwischen den beiden Nachbarorten nicht nur auf die jährliche Feier oder das fünfjährige Gedenken an der Grenze reduzieren.
"Es gibt eine gemeinsame Gymnastikgruppe der Frauen, es existieren viele private Freundschaften - und zweimal im Jahr gibt es einen gemeinsamen Wandertag", zählt er auf. Damit sei ein gutes Beispiel geschaffen, dass zusammengewachsen sei, was zusammengehöre. Und die Unkosten für diesen besonderen Abend des Jahrestages hat natürlich das Komitee übernommen. "Das ist es uns auch wert", so Nolte.


 
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